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ANNA kann auch anders

Sie ist studierte Ökonomin. Dann aber sattelt Anna Jones um und wird erfolgreiche Köchin, Food-Autorin und Bloggerin. Ihr Kochbuch „a modern way to eat“ ist ein Bestseller. Bei unserem Treffen in Wimbledon geht es um die Leidenschaft für gesundes Essen.

Anna Jones ist easy-going. „Etwas Hippie vielleicht“, sagt sie und lacht. Auch, wenn sie am Herd hantiert, redet sie nebenbei voller Begeisterung über das, was sie am liebsten macht: Kochen. Routiniert natürlich, hat sie doch weit über tausend Rezepte geschrieben. Nachdem ihre Bücher in sieben Ländern erschienen sind und sie mit ihrer wöchentlichen Kolumne im „Guardian“ großen Erfolg hat, ist sie so etwas wie die Stimme der modernen vegetarischen Küche. Dabei sah es anfangs überhaupt nicht danach aus. Die Britin studierte Economics in Southampton, arbeitete in der Wirtschaft. Irgendwann las sie einen Artikel darüber, wie man seine echte Bestimmung findet. Und einen simplen Test: „Wohin blättern Sie beim Aufschlagen einer Zeitung zuerst?“ Zum Food-Teil. Ein Geistesblitz! Sie belegte ihren ersten Kochkurs.
„Eigentlich hatte ich schon immer eine Leidenschaft für das Kochen. Als ich ein Kind war, spielten die anderen draußen auf dem Spielplatz. Ich hingegen war eines dieser merkwürdigen Kinder, die nicht raus wollten. Ich war lieber in der Küche und machte Biscuits und Kuchen.“ 

 

 Mit zwölf Jahren kochte sie das erste Dinner für die Familie. Ihre Mutter liebte Essen, als Working Mom und Feministin sah sie das tägliche Zubereiten des Abendessens aber nicht als ihre vorrangige Aufgabe. Doch augenzwinkernd unterstützte sie Annas Leidenschaft schon früh: „Wenn du gut kochst, werden dich alle lieben.“ Anna lacht, als sie das erzählt. „Meine Eltern essen beide gern, aber Kochen ist nicht ihr Ding. Der Herd ist mein Platz.“ Als Autodidaktin bewarb sich Anna mit Universitätsabschluss, aber ohne große Hoffnung auf Erfolg bei Jamie Oliver. Und wurde tatsächlich angenommen. Für seine TV-Show arbeitete sie schließlich sieben Jahre. „Das war ein gutes Training für mich: Wir hatten drei Küchen und probierten jeden Tag jede Menge Produkte, Gewürze und Gerichte aus. Das sensibilisierte mich für gesunde, hochwertige Produkte.“ Die Britin liebt einfaches, frisches Essen, vor allem Gemüse. In der Zeit bei Jamie wurde sie zur Vegetarierin. Nach einer vierwöchigen Testphase bemerkte sie den positiven Effekt auf ihren Körper. Dabei blieb es dann, auch ihr Mann und der kleine Sohn sind heute Vegetarier: „Wir sind eine V-Family.“

„Mein Highlight war ein Gespräch mit Michelle Obama – Essen und Gesundheit sind große Themen bei ihr.“
Anna Jones
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 Jamie Oliver hatte enormen Einfluss auf ihre berufliche Entwicklung. „Er kocht, was die Leute lieben. Und das versuche ich auch, denn ich will nicht, dass meine Bücher in den Regalen verstauben. Ich möchte, dass die Menschen darin blättern, dass sich auf den Seiten Spuren von schönen Kochabenden finden.“ Aus der Zeit mit dem britischen Starkoch blieben einige Anekdoten. Wie sie im Clarence House für Prinz Charles, passionierter Anhänger der Bio-Bewegung, kochten. Oder für die Mitglieder des G20-Gipfels. „An diesem Abend in Downing Street war sogar Jamie leicht nervös. In dem historischen Haus befindet sich eine wirklich kleine Küche und wir mussten sehr vorsichtig sein auf den schmalen Treppen und engen Korridoren. Mein Highlight war ein Gespräch mit Michelle Obama, denn Essen und vor allem Gesundheit sind große Themen bei ihr“.
Schließlich wagte sich Anna an ein eigenes Kochbuch. Als es in Großbritannien erschien, bekam sie die Kolumne im „Guardian“. Heute ist sie auch erfolgreiche Bloggerin. 

 

 Sie realisiert ihre Beiträge gemeinsam mit einer Fotografin und Stylistin in einem Studio nahe London. „Menschen jedes Alters lesen meinen Blog. Sie suchen nach Ideen und experimentieren. Ich glaube allerdings, es gibt ein Missverhältnis zwischen der Flut der Kochbücher und TV-Shows und dem, was die Menschen wirklich zu Hause kochen. Es gibt Leute mit 200 Kochbüchern, die immer die gleichen sieben Rezepte machen. Das ist einfach und ich kann das auch verstehen, denn ich habe einen vierjährigen Sohn. Auch bei mir muss es oft schnell gehen.“
Aber bei Anna muss es gesund sein. Ihr Credo: Gemüse in den Fokus, auch wenn sie wenig Zeit hat. Dazu haltbare Lebensmittel in exzellenter Qualität. Und: Organisation ist alles. „Die Zutatenlisten in meinen Büchern folgen einem einfachen Prinzip: Man kauft Harissa oder Misopaste nicht nur für ein Gericht. Ich biete mehrere Rezepte mit diesen Ingredienzen an. Dann können sie weiterverwertet werden und liegen nicht nutzlos herum, bis sie schließlich abgelaufen sind.“ 

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Man spürt in jeder Minute den Respekt, den Anna Jones Lebensmitteln zollt. Das ist ihr so wichtig wie der Fun-Faktor beim Essen, Gesellschaft in der Küche. Sie kocht gerne mit ihrer Freundin Melissa Helmsley, die mit BORA bereits ein 10/10-Buch über schnelle, gesunde Küche entwickelt hat. „Bei ihr habe ich BORA das erste Mal gesehen und war hellauf begeistert. Ich war schon in so vielen Küchen und dachte, ich hätte alles gesehen.“ Und so inspizierte sie den Dunstabzug erst einmal akribisch: Wo geht der Dampf hin, wie funktioniert das, wie wird das gereinigt? „Es war wirklich aufregend für mich. Ich mag es, wenn es clean ist. Die Hauben sind oft ineffektiv und sehen so wuchtig aus. Ein Traum, dass alles auch noch in die Spülmaschine geht. Als ich BORA sah, wusste ich sofort: Das will ich in meiner Küche haben!“

 

Denn auch vegetarische Rezepte entwickeln oft viel Dunst, der am besten unauffällig abgezogen wird. Und privat kochen sie und ihr Mann viel, am Wochenende oft mit Freunden. Da wird es voll in der Küche. „Ich liebe das. Jeder fragt den anderen, wie er etwas macht, man lernt voneinander, wird für einen Abend zur Food Family.“ Privatleben und Job gehen bei ihr Hand in Hand. Im April erscheint ihr neues Kochbuch, „One“. Und dann? „Mein Sohn ist gerade in die Schule gekommen. Nun werde ich mich ein paar Monate intensiv um ihn kümmern.“ Und natürlich mit ihm kochen. Da kann sie nicht anders.

Text: KLAUDIA MEINERT

Fotos: ISSY_CROKE